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Prüfen und freigeben
Kurz gegenlesen, freigeben, fertig. Erst dann ist der Bericht offiziell.
Ein Aufmaß im Bau hält die tatsächlich ausgeführten Mengen einer Leistung fest. Zu jeder Position gehören eine eindeutige Bezeichnung, der konkrete Ort, die Einzelmaße, der Rechenweg, die Einheit und die daraus ermittelte Menge. Gerade bei Einheitspreisverträgen ist dieses Aufmaß die Grundlage dafür, dass Auftraggeber und Auftragnehmer dieselbe Leistung nachvollziehen und abrechnen können.
Ist die VOB/B wirksam in den Vertrag einbezogen, verlangt § 14 Abs. 1 eine prüfbare Abrechnung. Die zum Nachweis von Art und Umfang der Leistung erforderlichen Mengenberechnungen, Zeichnungen und anderen Belege gehören dazu. Nach § 14 Abs. 2 sollen die für die Abrechnung notwendigen Feststellungen dem Baufortschritt entsprechend möglichst gemeinsam vorgenommen werden. Für Leistungen, die später nur schwer feststellbar sind, muss der Auftragnehmer rechtzeitig gemeinsame Feststellungen beantragen.
Wenn du ein Aufmaß erstellen willst, ersetzt die Dokumentation weder den Vertrag noch das Leistungsverzeichnis oder die Abrechnungsregeln der jeweiligen ATV aus der VOB/C. Sie macht aber sichtbar, wie eine Menge entstanden ist, erleichtert die Rechnungsprüfung und stärkt die Beweisposition, falls später über Ausführung oder Umfang gestritten wird. Ein gemeinsames, datiertes Aufmaß reduziert dabei meist mehr Konflikte als eine nachträglich rekonstruierte Endmenge.
Typische Herausforderungen
Schritt 1: Leistung und Bauteil eindeutig bezeichnen
Beginne jede Aufmaß-Zeile mit einer verständlichen Leistungsbezeichnung. „Wand" ist zu ungenau; „Trockenbauwand, beidseitig doppelt beplankt" oder die passende LV-Position ist deutlich prüfbarer. Nutze die Bezeichnungen aus den Vertragsunterlagen, damit die Aufmaß-Zeile später ohne Rätsel der Rechnung zugeordnet werden kann.
Schritt 2: Den Ausführungsort konkret festhalten
Gib Geschoss, Raum, Achse, Fassade oder Bauabschnitt an. Bei wiederkehrenden Leistungen ist der Ort oft der einzige Unterschied zwischen zwei Mengen. Ein guter Eintrag lautet zum Beispiel „EG, Flur, Wand Achse 3/B". Datum und Aufmaßblatt-Nummer gehören ebenfalls in die Kopfdaten.
Schritt 3: Tatsächliche Maße statt nur der Endmenge notieren
Erfasse Länge, Breite und Höhe so, wie sie auf der Baustelle gemessen wurden. Anzahl oder Faktor kommen separat dazu. Mehrere Flächen, Teilstücke oder Bauteile werden besser in einzelne nachvollziehbare Zeilen aufgeteilt, statt sie zu einer schwer prüfbaren Sammelmenge zusammenzufassen.
Schritt 4: Die Formel vollständig zeigen
Eine Endmenge ohne Rechenweg lässt sich kaum prüfen. Aus „35 m² Trockenbau" sollte deshalb „12,50 × 2,80 × 1 = 35,00 m²" werden. Bei Summen aus mehreren Teilflächen führst du die Teilrechnungen einzeln auf. So kann die Bauleitung jeden Wert zurückverfolgen, ohne das Aufmaß neu erstellen zu müssen.
Schritt 5: Einheit und Rundung einheitlich verwenden
Längen werden typischerweise in m, Flächen in m² und Volumen in m³ geführt; je nach Leistung kommen Stück, laufende Meter, Kilogramm, Tonnen, Stunden oder pauschale Mengen hinzu. Maßgeblich bleiben Leistungsverzeichnis, Vertrag und ATV. Mische Einheiten nicht innerhalb einer Position und lege die Rundung einheitlich fest.
Schritt 6: Abzüge, Öffnungen und Besonderheiten erklären
Notiere, welche Öffnungen, Aussparungen oder Teilflächen abgezogen, übermessen oder getrennt angesetzt wurden. Die konkrete Regel hängt vom Gewerk und der vereinbarten ATV ab; eine pauschale Grenze gilt nicht für jede Leistung. Ein kurzer Vermerk, eine Skizze oder ein Foto macht die Entscheidung später nachvollziehbar.
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Aufmaß digital dokumentierenWas unterscheidet die Lösungen?
Fehler: Nur das Ergebnis, aber keine Formel
„42 m² Putz" sagt nicht, welche Wandflächen gemessen und welche Öffnungen berücksichtigt wurden. Ohne Einzelmaße und Rechenweg muss die prüfende Seite die Menge nachmessen oder zurückfragen. Das verzögert Abschlags- und Schlussrechnungen und schafft unnötigen Streit.
Fehler: Datum und Ort fehlen
Eine Zahl ohne Bauabschnitt, Geschoss oder Raum lässt sich später kaum einem Bauteil zuordnen. Besonders bei gleichen Positionen in mehreren Gebäudeteilen entstehen so Doppelungen. Kopfdaten und Ortsangabe gehören deshalb auf jedes Aufmaßblatt und in jede digitale Zeile.
Fehler: Zettelwirtschaft und mehrere Versionen
Lose Blätter, Handyfotos und nachträglich übertragene Excel-Listen führen schnell zu Zahlendrehern oder widersprüchlichen Ständen. Bewahre Aufmaß, Fotos, Skizzen und zugehörigen Tagesbericht gemeinsam pro Baustelle und Datum auf. So bleibt erkennbar, welcher Stand zur Rechnung gehört.
Aufmaß direkt im Bautagebuch dokumentieren
In bautagebuch.org führst du strukturierte Aufmaß-Zeilen mit Bezeichnung, Ort, Maßen, Anzahl, Einheit und Notiz direkt im Tagesbericht. Für einen Zeitraum erstellst du je Baustelle ein Aufmaßblatt als PDF oder CSV, mit Summen je Einheit. In der App kann auch eine Sprachnotiz wie „Trockenbauwand 12,50 mal 2,80" zur Aufmaß-Zeile mit 35,00 m² werden; die endgültige Menge berechnet das System aus den erfassten Rohmaßen.
Transparente Preise
Für wen
- Handwerksbetriebe, die ausgeführte Mengen nach Einheitspreisen abrechnen.
- Bauleiter und Poliere, die gemeinsame Aufmaße prüfbar vorbereiten wollen.
- Büroteams, die Aufmaßzettel, Fotos und Rechnungsgrundlagen zusammenhalten müssen.
FAQ
Was ist ein Aufmaß im Bau?
Was verlangt § 14 VOB/B beim Aufmaß?
Muss ein Aufmaß nach VOB gemeinsam erstellt werden?
Was gehört in eine Aufmaßblatt-Vorlage?
Wie kann ich ein Aufmaß digital erstellen?
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